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Grand Prix 2010

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Absturzmomente, by Jörg Rosenbauer

2 of 2 people found the following review helpful:
Great Game Idea, November 14, 2012
by ifwizz (Berlin, Germany)
Related reviews: German language games, Grand Prix 2010

Jörg Rosenbauer ging mit seinem Science-Fiction-Epos »Jazz auf Tegemis« als Sieger aus dem Grand Prix 2004 hervor. Die großen Erwartungen werden in seinem neuen Spiel »Absturzmomente« eingangs durch vielversprechende Prosa und eine originelle Idee erfüllt: Der Spieler erklimmt ohne Ausrüstung eine Bergwand und stürzt dabei in die Tiefe. Der freie Fall endet in einem Pakt mit einer Stimme aus dem Jenseits, sein Leben zu verschonen, wenn der Spieler eine gute Tat vollbringe und eine ihm am Herzen liegende Person vor dem Verderben rette. Um dem Tod zu entgehen, führt kein Weg an diesem Deal vorbei und der Spieler findet sich im Hauptgeschehen wieder: in einem dreistöckigen Wohnhaus jagt ein Muskelprotz eine Frau und würde sie ohne weiteres Eingreifen zu Tode prügeln. Der Spieler kann nicht direkt eingreifen, sondern muss der Frau indirekt die Flucht ermöglichen. Der Weg dahin ist mit zahlreichen teilweise sehr schwierigen Rätseln gepflastert. Die intelligente Spielidee fühlt sich großartig an, ist jedoch in der Wettbewerbsversion mit einigen Implementierungsmängeln behaftet. Sieht man darüber hinweg, gehört das Spiel mit zum Besten, was je in deutscher Sprache erschienen ist.


Ares, by Michael Baltes

2 of 2 people found the following review helpful:
One of the best German language games, December 14, 2011
by ifwizz (Berlin, Germany)
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In Baltes Erstlingswerk Ares landet der Spieler als Teil der europäischen Marsmission Aurora im Jahre 2033 auf dem Alba Patera-Vulkan mit dem Ziel, die Marsoberfläche zu erkunden. Nach der holprigen Landung im Sandsturm beginnt die Erkundung mit der Entdeckung einer Höhle, die an ein altägyptisches Kammernlabyrinth erinnert. Diese offensichtlich von intelligenten Wesen geschaffenen Räumlichkeiten enthalten alles, was man für eine klassische Cave-crawl-Geschichte im Setting altägyptischer Pyramiden benötigt und führen den Spieler zur Entdeckung eines dunklen Geheimnisses der menschlichen Zivilisation. Wo es kein Weiterkommen gibt, hilft das Hinweissystem dezent weiter ohne allzu viel zu verraten.

Michael Baltes Spiel mit mehreren Ausgängen ist zu keiner Zeit langweilig und verrät an vielen Stellen seine Liebe zu Infocom-Spielen wie Steve Meretzkys »Planetfall« (1983), dem eine kleine Hommage in Form des Sicherheitsgewebes im Shuttle gewidmet ist. Viele der Rätsel stellen hohe Anforderungen an die Implementierung, die Baltes souverän gemeistert hat. Die Anlage der Hauptgeschichte als klassische Cave-crawl-Story mit aberwitzigen Fallenkonstruktionen ist Geschmackssache, das schmälert jedoch nicht den Gesamteindruck als profundes Textadventure, das zu den handwerklich besten deutschsprachigen überhaupt zählen dürfte.



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